​Kulturpark Dettinger

Das Gelände der ehemaligen Mühlsteinfabrik Dettinger wurde 1992 zum Kulturpark umgewandelt. Die Produktionsgebäude aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert beherbergen zum Teil Fertigungsanlagen und Maschinen, die wertvolle Zeugen der Arbeitswelt dieser Zeit darstellen und stehen ebenso wie die Jugendstilvilla und der Gartenpark als kulturell wertvolles Ensemble unter Denkmalschutz. In einem Teil der Gebäude wurden Ateliers für bildende Künstler und eine Kunstwerkstatt eingerichtet, in denen inzwischen 12 Maler und Bildhauer ihrer schöpferischen Tätigkeit nachgehen. Im alten Pferdestall hat ein Verein eine Kunstwerkstatt eingerichtet und die ehemalige Steingießerei bietet Platz für kulturelle Veranstaltungen. Der neue Musikpavillon bietet musiktreibenden Vereinen Probe und Auftrittsmöglichkeiten. Der Gartenpark selbst bildet das Herz der Anlage. Mit seinem alten Baumbestand, dem schönen Kinderspielplatz und der Boulebahn ist er ein beliebter Treffpunkt inmitten der Stadt.

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Von der Mühlsteinfabrik zum Kulturpark

Im Jahre 1852 gründete der Leinenwebermeister Johann Georg Dettinger in Plochingen eine Handelsfirma für Müllereibedarfsartikel. Bereits nach wenigen Jahren konnte er expandieren und sein Angebot um den Produktionszweig Mühlsteinherstellung ausbauen. Für seinen neuen Betrieb erwarb er ein großes Areal in Bahnhofsnähe zwischen der Esslinger und der Urbanstrasse – das Gelände des heutigen „Kulturpark Dettinger“. 1871 entstand das erste Produktions- und Arbeiterwohngebäude. Nach und nach folgte der Bau weiterer Fabrikations-, Lager- und Bürogebäude für Mühlsteinproduktion und Handel, Mühlen in ganz Europa wurden mit Dettinger-Mühlsteinen aus Plochingen beliefert. 1901 schließlich baute der Fabrikant als Wohnhaus für sich und seine Familie eine schöne Jugendstilvilla neben die florierende Fabrik, umgeben von einem herrlichen großen Gartenpark. Bis in die 50er Jahre blieb die Mühlsteinproduktion ein gutes Geschäft.

In den sechziger Jahren, als aufgrund modernerer und rationellerer Mahlmethoden der Bedarf an Mühlsteinen stark zurückging, stellte die Firma Dettinger die Produktion auf Schleifscheiben um, konnte aber dem wachsenden Konkurrenzdruck größerer und modernerer Firmen nicht stand halten. Ende der 80er Jahre schließlich wurde die Produktion ganz eingestellt. 1990 erwarb die Stadt Plochingen das gesamte Firmengelände im Herzen der Innenstadt mit den historischen Produktionsgebäuden, der Fabrikantenvilla und dem Gartenpark.

Die Gebäude aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert, die wertvolle Zeugen der Arbeitswelt dieser Zeit darstellen, wurden ebenso wie die Villa Dettinger und der Gartenpark als kulturell wertvolles Ensemble unter Denkmalschutz gestellt. Nach und nach wurden die einzelnen Gebäude durch die Stadt Plochingen behutsam saniert und mit neuem Leben erfüllt, das gesamte Areal wurde der Bevölkerung als öffentliche Parkanlage zugänglich gemacht. Aus der ehemaligen Mühlsteinfabrik J.G. Dettinger wurde der heutige „Kulturpark Dettinger“.

Der Kulturpark heute

Der Gartenpark mit seinem historischen Baumbestand ist als öffentliche Gartenparkanlage bei Jung und Alt als Treffpunkt beliebt. Kinder können auf einem schönen Kinderspielplatz toben. Gleich daneben sind zwei öffentliche Boulebahnen entstanden, die dem Bouleclub als Übungs- und Wettkampfanlage dienen. Im alten Pferdestall hat der Verein Initiative Mahlwerk eine Mal- und Kunstwerkstatt eingerichtet, in dem auch Kunstkurse angeboten werden. Im historischen Ambiente der ehemaligen Steingießerei finden regelmäßig Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen statt. In der alten Remise sind die historischen Maschinen des Produktionszweiges „Mühlsteinguß“ als Schauanlage dargestellt, die auf Anfrage besichtigt werden kann. Im ehemaligen Kontor haben zwei musiktreibende Vereine – der Musikverein Stadtkapelle und die Harmonikafreunde – eine neue Heimat gefunden, hier findet auch Unterricht der Musikschule statt. Der daran anschließende neu geschaffene Musikpavillon bietet großzügige Probe- und Auftrittsmöglichkeiten. In das zentrale große Produktionsgebäude der ehemaligen Fabrik schließlich wurden Ateliers für bildende Künstler eingerichtet, die sich zur „Ateliergemeinschaft Dettinger" zusammengeschlossen haben. Die ehemalige Mühlsteinfabrik hat sich zur lebendigen kulturellen Keimzelle inmitten der Stadt entwickelt.

Stipendiaten des Landkreises Esslingen

Seit 1992 fördert der Landkreis Esslingen junge, talentierte bildende Künstler mit einem dreijährigen Atelierstipendium in 4 Ateliers im Kulturpark Dettinger in Plochingen. Das Atelierstipendium ist Teil der Kulturförderung des Landkreises die es ihnen ermöglicht ihre eigene künstlerische Handschrift weiter zu entwickeln.

Weitere Infos über die Stipendiatenförderung und eine Übersicht der Stipendiaten des Landkreises Esslingen finden Sie hier.

Ihr Ansprechpartner

Frau Susanne Martin

Kultur und Tourismus, PlochingenInfo, Veranstaltungen, Theater

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