Plochingen, Ebersbach und Reichenbach fordern Tempo 80 auf der B10 in Richtung Esslingen

Um Lärm, Rückstau und Unfälle zu reduzieren, sprechen sich die Bürgermeister der Städte Plochingen, Ebersbach an der Fils und der Gemeinde Reichenbach an der Fils für Tempo 80 im Bereich ihrer Gemarkungen auf der B10 Richtung Esslingen aus. Mit einem gemeinsamen Antrag an das Regierungspräsidium Stuttgart verleihen sie ihrer Forderung nun Nachdruck.

Plochingen, Reichenbach und Ebersbach befinden sich im Hochverdichtungsraum und sind mit der Bahn, dem Innerorts- und dem Flugverkehr und insbesondere der B10 starken Lärmquellen ausgesetzt. „Seit Jahren werden unter erheblichem Aufwand Lärmaktionspläne erstellt und wirksame Maßnahmen aufgezeigt, während die Umsetzung ausbleibt,“ fasst Bürgermeister Frank Buß bei einem Pressegespräch die in Plochingen und bei seinem Amtskollegen Bernhard Richter in Reichenbach andauernden Bemühungen zur Lärmreduktion zusammen. Eine der von den beiden Kommunen in diesem Zusammenhang geforderte Maßnahme ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h im Bereich ihrer Gemarkungen entlang der B10 Richtung Esslingen. Obwohl der Lärmschutz in der Gesellschaft an Bedeutung gewinnt und die Verkehrsbelastung zunimmt, fehlt es nach wie vor an einer durchgängigen und nicht nur streckenweisen Umsetzung dieser Forderung. In der Folge bildet sich auf der B10 bereits auf Höhe von Ebersbach ein erheblicher Rückstau, infolgedessen Fahrzeuge abfahren und den Weg durch die Orte wählen. Dies führt auch innerorts zu Lärm, Abgasen und Überlastung. Mit Ebersbach, vertreten durch Bürgermeister Eberhard Keller, schließt sich nun ein weiterer Streckenabschnitt der Forderung nach einer Tempobegrenzung an. Die Enge des Filstals bedingt dort auch in Hanglagen und angrenzenden Stadtteilen besondere Schallbelastungen durch Verkehrslärm.

„Ich persönlich bin der Meinung, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung eine signifikante Verbesserung für die Kommunen bewirkt,“ so Bürgermeister Buß. Mit einem gemeinsamen Antrag auf Tempo 80, mit dem die drei Bürgermeister unlängst beim Regierungspräsidium Stuttgart vorstellig wurden, liegt der Ball nun im Spielfeld des Landes – und die Erwartungen sind groß. „Wir erhoffen uns, dass wir gemeinsam eher gehört werden,“ begründet Bürgermeister Richter den Zusammenschluss. Insbesondere seine Gemeinde beklagt neben Verkehrsbelastungen und Lärm auch einen andauernden Unfallschwerpunkt an der Reichenbacher Einfahrt auf die B10 in Richtung Stuttgart. Dabei sei „der Verkehrsfluss überall dort sehr gut, wo 80 ist“, was er regelmäßig selbst feststellt.

Zwar wurden streckenweise bereits Maßnahmen zur Lärmreduktion umgesetzt, doch um der gesundheitlichen Fürsorgepflicht für die Bevölkerung nachzukommen und deren Lebensqualität zu erhalten, bedarf es nach Ansicht der drei Rathauschefs einer durchgängigen Tempobegrenzung auf 80 km/h. Sie erwarten nun konkrete Schritte und eine Umsetzung dieser „absolut vertretbaren und kostengünstigen Maßnahme mit überschaubarem Aufwand“ seitens des Regierungspräsidiums.

Bürgermeister Frank Buß aus Plochingen, Bürgermeister Bernhard Richter aus Reichenbach und Bürgermeister Eberhard Keller aus Ebersbach vor dem Plochinger Rathaus.
Bürgermeister Frank Buß aus Plochingen, Bürgermeister Bernhard Richter aus Reichenbach und Bürgermeister Eberhard Keller aus Ebersbach vor dem Plochinger Rathaus.