Neckarhäfen fordern raschen Ausbau der Neckarschleusen

In der „Heilbronner Erklärung“ bekräftigen die Neckarhäfen Plochingen, Stuttgart, Heilbronn und Mannheim ihre Forderung nach einem schnellen Ausbau der Neckarschleusen und erwarten vom Bundesverkehrsministerium einen tragfähigen Zeitplan bis zum Frühjahr 2023.

Als direkte Botschaft an Bundesverkehrsminister Volker Wissing unterzeichneten Landesverkehrsminister Winfried Hermann, Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel und die Direktoren der vier Neckarhäfen Plochingen, Stuttgart, Heilbronn und Mannheim im Rahmen des ersten Hafenforums der Stadt Heilbronn am 24. Oktober 2022 die „Heilbronner Erklärung“. Mit diesem offenen Brief verleihen sie ihrer Forderung nach einem schnellen Ausbau der Neckarschleusen für Schiffe bis zu 135 Meter Nachdruck – ein Vorhaben, das für die Wirtschaft von besonderer Bedeutung ist. Sollte ihrer Forderung nicht stattgegeben werden, befürchten die Unterzeichner „klare wirtschaftliche Nachteile für wirtschaftsstarke Regionen“, zumal die Bundeswasserstraße Neckar eine wichtige Transportachse darstellt: „Schienenwege und Straßen sind mit Güterverkehr überlastet. Auf dem Wasser – vor allem auf dem Neckar – könnten deutlich mehr Güter transportiert werden. Auch aus Klimaschutzgründen sind Binnenschiffe eine gute Alternative zum LKW-Verkehr auf der Straße. Der Transport auf dem Fluss bedeutet rund 75 Prozent weniger CO<sub>2</sub> pro Tonne als beim Transport per LKW. Ein konkurrenzfähiger Neckar braucht den 135-Meter-Ausbau der Schleusen bis Plochingen. 135-Meter-Schiffe bedeuten rund 40 Prozent mehr Kapazität, Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz,“ erläuterte Minister Hermann.

Hintergrund des Zusammenschlusses zur „Heilbronner Erklärung“ ist der Rückzug des Bundes hinsichtlich der seit 17 Jahren vertraglich vereinbarten Verlängerung der 27 Neckarschleusen im Frühjahr dieses Jahres. Mithilfe der „Heilbronner Erklärung“ fordern die Beteiligten Bundesverkehrsminister Wissing auf, bis spätestens Frühjahr 2023 einen tragfähigen Zeitplan für den Schleusenausbau am Neckar vorzulegen, die Detailplanung für die einzelnen Projekte anzugehen und zeitnah – neben den notwendigen Sanierungsarbeiten – mit den Ausbaumaßnahmen zu beginnen. Wissing hingegen hatte bereits in einem Gespräch am 11. Juli dieses Jahres im Heilbronner Rathaus angekündigt, „nach Lösungen zu suchen.“ „Ein (weiteres) Verschieben des notwendigen Schleusenausbaus können und wollen wir als Teilnehmer des Hafenforums 2022 Heilbronn mit Blick auf den Erhalt der Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der Wasserstraße Neckar nicht hinnehmen“, erklären die Unterzeichner nachdrücklich und hoffen auf zeitnahe Ergebnisse.

Die Unterzeichner - sechs Herren - sitzen nebeneinander an einem langen Tisch und halten vor sich jeweils Seiten aus der Heilbronner Erklärung.
Die Unterzeichner der „Heilbronner Erklärung“ zum Schleusenausbau: Verkehrsminister Winfried Hermann (3.v.l.), OB Harry Mergel (3.v.r.) und die Geschäftsführer der Neckarhäfen Plochingen Gerhard Straub (l.), Stuttgart Carsten Strähle (2.v.l.), Heilbronn Jan Fries (2.v.r.) und Mannheim Uwe Köhn (r.).
© Foto: Stadt Heilbronn, Jürgen Häffner