Alarmstufe in Baden-Württemberg erwartet: Land startet Impfoffensive

„Uns stehen schwierige Wochen bevor. Das Infektionsgeschehen nimmt rasant zu. Die vierte Welle trifft vor allem die Nicht-Geimpften mit voller Wucht“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Donnerstag, 11. November 2021 in Stuttgart. „Deshalb appelliere ich noch einmal eindrücklich an alle Menschen in Baden-Württemberg, sich gegen das Virus impfen zu lassen. Impfen ist der Weg aus der Pandemie. Dafür fahren wir die Impfkapazitäten im Land jetzt nochmals deutlich hoch – und zwar mit zielgerichteten zusätzlichen Angeboten vor Ort. Die mit der Alarmstufe in vielen Bereichen des Lebens geltende 2G-Regelung ist ein enormer Eingriff, der aber notwendig ist.“ 

„Die Lage in den Kliniken ist angespannt, das Pflegepersonal am Limit“, ergänzte Gesundheitsminister Manne Lucha. „Setzt sich der derzeitige Trend mit dieser Geschwindigkeit fort, müssen wir Patientinnen und Patienten bald in andere Bundesländer oder sogar ins Ausland verlegen. Viele Todesfälle und schwere Verläufe wären mit einer Impfung vermeidbar gewesen. Deshalb erhöhen wir die Impfkapazitäten jetzt noch einmal deutlich und machen den immer noch zu vielen Nicht-Geimpften und älteren Menschen für ihre Booster-Impfung ein breites und flächendeckendes Angebot“. 

„Impfen ist das Gebot der Stunde“, ergänzte Steffen Jäger, Präsident und Hauptgeschäftsführer des Gemeindetags Baden-Württemberg. „Deshalb ist es richtig, dass seitens des Landes zielgerichtet Impfangebote in Ergänzung zum Regelsystem der niedergelassenen Ärzte ermöglicht werden. Es gilt, die Impfung niedrigschwellig zu gestalten und nahe zu den Menschen zu bringen – sowohl beim grundlegenden Impfschutz als auch beim Boostern. Die Kommunen wollen und werden das Land und die Haus- und Fachärzte dabei unterstützen. Dies kann sowohl in Form fester Impfstützpunkte in den Stadt- und Landkreisen als auch in Form dezentraler Impftage in der Fläche stattfinden. Die Bereitschaft in den Kommunen, sich hier mit ihrer Organisationskraft einzubringen, ist groß. Die entscheidenden Gelingensfaktoren werden aber sein: wenig Bürokratie und gezielte Finanzierung der entstehenden Kosten.“ 

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Flächendeckende wohnortnahe Impfangebote

Mit wohnortnahen Impfstützpunkten wird das Land flächendeckend zusätzliche Kapazitäten schaffen, um Hausärztinnen und Hausärzte zu unterstützen. Dafür steht jedem Stadt- und Landkreis mindestens ein mobiles Impfteam (MIT) zur Verfügung. Mit den MIT werden in den Stadt- und Landkreisen feste Impfstützpunkte eingerichtet.

Mit den geplanten Impfstützpunkten sollen pro Team/Stützpunkt pro Tag rund 130 Impfungen durchgeführt werden – das gilt für dringend notwendige Erstimpfungen genauso wie für die sogenannten Booster- bzw. Auffrischimpfungen. Insgesamt können auf diesem Wege täglich bis zu 20.150 Impfungen durchgeführt werden – zusätzlich zu den Impfungen, die über die niedergelassene Ärzteschaft erfolgen. 

Fragen und Antworten zu den neuen Impf-Stützpunkten

Booster-Impfung für alle ab 12 Jahre empfohlen

In den vergangenen Wochen sind bereits über 350.000 Auffrischungsimpfungen vor allem in Pflegeeinrichtungen, bei Personen über 70 Jahren sowie weiteren vulnerablen Gruppen im Land durchgeführt worden. Grundsätzlich können sich in Baden-Württemberg alle Menschen impfen lassen, deren Zweitimpfung sechs Monate zurückliegt. Beim Impfstoff von Johnson & Johnson ist eine Booster-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff bereits nach vier Wochen möglich. Ob eine Impfung durchgeführt wird, entscheidet die impfende Ärztin oder Arzt. 

Informationen des Landes zur Auffrischimpfung für alle Bürger 

Ausrufung der Alarmstufe (und damit 2G) steht kurz bevor

Langfristig führt der Weg aus der Pandemie alleine über das Impfen. Weil aber kurzfristig eine Überlastung der Intensivversorgung in den Krankenhäusern droht, müssen mit der drohenden Alarmstufe weitergehende Maßnahmen ergriffen werden. Wird die Alarmstufe ausgerufen, haben in vielen Bereichen nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt. 

Fragen und Antworten zur Corona-Verordnung

Weitere Informationen

 Dranbleiben-BW: Informationen zur Impfung sowie Vor-Ort-Termine

 Aktuelle Corona-Zahlen 

Pressemitteilung des Landes zur Impfoffensive

Für Fragen rund um die Impfungen in Baden-Württemberg können sich Bürgerinnen und Bürger auch an die Corona-Hotline des Landes wenden. Diese ist unter der 0711/410-11160 montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr erreichbar und steht für Fragen in Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch und Russisch zur Verfügung.

Grafik: Landesregierung Baden-Württemberg
Grafik: Landesregierung Baden-Württemberg