Kulturamt Plochingen präsentiert das Programm für die neue Theaterspielzeit

Im Herbst beginnt die neue Theatersaison 2022 / 2023 in der Plochinger Stadthalle. Das Plochinger Kulturamt setzt dabei wieder auf einen bunten Mix aus unterhaltsamer Komödie, Musiktheater und klassischem Schauspiel. Fünf Stücke stehen auf dem Programm, für die ab sofort der Abonnementverkauf startet. 

Auch wenn die Pandemie im Herbst möglicherweise noch immer das kulturelle Leben beeinflussen wird, geht das Plochinger Kulturamt optimistisch in die neue Saison und sorgt gegebenenfalls mit an die jeweilige Situation angepassten Hygienekonzepten für einen sicheren Ablauf der Vorstellungen.

Die Spielzeit beginnt am Montag, 17. Oktober 2022 mit dem inszenierten Konzert „Irgendwie Irgendwo Irgendwann“ des Landestheaters Tübingen, bei dem die Musik der 1980er Jahre im Mittelpunkt steht. Im alten Kanzleramt in Bonn greifen die ehemals mächtigen Männer und Frauen im verstaubten Regierungs-Casino zu den Instrumenten. Lieferten sie sich im Bundestag noch giftige Wortgefechte, müssen sie sich nun zusammenraufen, um mit den optimistischen Songs der Neuen Deutschen Welle die Erinnerung an die Bonner Republik zu retten. Sie können einfach nicht begreifen, warum das alles so schwierig ist mit der Wiedervereinigung. Während Helmut Kohl weiter von "blühenden Landschaften" träumt und Norbert Blüm die Rente immer noch für sicher hält, raucht Helmut Schmidt missmutig alle Tabakvorräte auf. Als Petra Kelly schon wieder ein Friedenslied anstimmt, platzt Hans-Dietrich Genscher der Kragen: Mit einem wütenden Schlagzeugsolo mischt er die trübe Veranstaltung auf und gibt damit das Startsignal für eine wilde Party. Als schrägste NDW-Revival-Band aller Zeiten lassen die alten Bonner Politiker den Geist der 1980er Jahre wiederaufleben und schwelgen in Erinnerungen an die Zeit, in der sie noch Einfluss hatten.

Am Mittwoch, 23. November 2022 folgt das Schauspiel „Hanne Sommer oder Die Heilige Johanna der Einbauküche“. Frisch, geradeaus und mit einer ordentlichen Portion Humor erzählt Hanne Sommer aus ihrem Leben. Ihre beiden Kinder sind längst aus dem Haus, ihre lieblose Ehe gleicht eher einem Dienstleistungsverhältnis und als Gesprächspartner bleiben ihr nur die heimische Küchenwand und ihre Freundin Jane, die aus gutem Grund Feministin wurde. Die drückt Hausfrau Hanne eines Tages ein Flugticket nach Griechenland in die Hand, sie will nicht alleine fliegen.... Hanne Sommer, die Heldin des Alltags, fasst einen Entschluss… Eine liebevolle, lebensnahe Komödie mit englischem Humor, die Mut macht, seine Träume zu leben.

Am Montag, 12. Dezember 2022 wird mit dem Schauspiel „Vom Wert des Leberkäsweckles“ das Thema Demenz auf der Stadthallenbühne thematisiert. Im Mittelpunkt steht der brillante Rhetoriker und Literaturkritiker Walter Jens - ein Mann mit Geist. Der Geist schwindet. Der Mann wird immer hilfloser. Zuvor hat er deutlich gesagt, dass so ein Leben ohne Erinnerungen für ihn keinen Wert habe. In einem solchen Fall wolle er lieber sterben. Mit seiner Frau hat er verabredet, dass sie ihn dabei im Zweifelsfall unterstützt. Doch die Frau, deren Namen der Mann nach über 50 Jahren Ehe auch irgendwann vergisst, verweigert diesen letzten Dienst. Sein Geist sei weg, sagt sie, aber sein Gefühl sei da. Und er, der einst bedeutende Bücher schrieb und starke Reden hielt, erfreut sich nun an den kleinen Dingen und an seinem Leberkäsweckle. In Tübingen, der Stadt, in der die beiden schon lange leben, sagen viele, dass die Frau ihren Mann verraten habe. Doch sie lässt sich nicht beirren. 

Die Tragikomödie „Global Player“ des Theaters Lindenhof folgt am Donnerstag, 12. Januar 2023. Das schwäbische Traditionsunternehmen für Textilmaschinen „Bogenschütz & Söhne“ ist in die Turbulenzen der Globalisierung geraten. Es droht die Insolvenz. Der jüngere Sohn Michael, Geschäftsführer in vierter Generation, versucht alle Möglichkeiten auszuloten und führt Auftragsverhandlungen mit einer chinesischen Firma. Doch Seniorchef Paul Bogenschütz pocht auf die Fortführung seiner Aufbauarbeit nach dem Krieg. Am 95. Geburtstag von Vater Bogenschütz trifft in der Unternehmervilla die Familie aufeinander: die in Berlin mit Yogastudios erfolgreiche Tochter Marlies und der abtrünnige Aussteigersohn Manfred aus Jamaika sind angereist. Während Marlies um ihre Existenzgrundlage bangt, will Manfred am liebsten sofort seinen Anteil an der Firma ausbezahlt. Zu alldem kommt auch noch Facharbeiter Kleinmann vorbei und trägt die Sorgen und Ängste der bereits in den Zwangsurlaub geschickten Mitarbeiter vor. Die Nerven liegen blank und die Situation spitzt sich zu.

Mit dem Schauspiel „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ geht am Mittwoch, 22. Februar 2023 die Theatersaison zu Ende. Die Wirtschaftskrise der 1930er Jahre holt die Chicagoer Gemüsehändler ein, ihre Ware findet kaum noch Absatz. Dieser Umstand bringt den Kleinganoven Arturo Ui dazu, seine „Hilfe“ anzubieten. Doch die Händler und Ladenbesitzer wenden sich lieber an den altehrwürdigen Politiker Dogsborough. Er soll ihnen, nicht ganz legal, mit öffentlichen Geldern helfen – um sich zugleich selbst daran zu bereichern. Als der Skandal aufzufliegen droht, wittert Arturo Ui seine Chance: Er stellt sich öffentlich auf die Seite Dogsboroughs, zugleich werden wichtige Zeugen ermordet. In rasantem Tempo gewinnt Ui, gemeinsam mit seinen Gangsterkumpanen, die Herrschaft über den Gemüsehandel und über Dogsborough. Drohungen, Gewalt, Mord und Verführung: Mit allen Mitteln erringt Ui immer mehr Macht und Einfluss – und macht in seiner Brutalität auch vor langjährigen Weggefährten nicht halt. Brecht schrieb das Stück im Jahre 1941. In der Parabel wird die Machtergreifung und der Machtausbau Adolf Hitlers anhand der sich in dieser Zeit gerade entwickelnden Gangsterwelt der USA erzählt. Die Hauptfigur Arturo Ui stellt Hitler dar, hat jedoch auch Züge von Al Capone. Brecht sagte 1948 im Nachwort zu seinem Stück, es sei wichtig, den Bann, in den Hitler viele Menschen auch nach 1945 noch ziehe, durch Gelächter zu brechen. Dies hat noch heute erschreckende Aktualität.

Die Abonnementpreise betragen je nach Kategorie zwischen 72,- und 84,- Euro, ermäßigte Abonnements 55,- Euro. Anmeldungen für ein Theaterabonnement nimmt das Kulturamt der Stadt Plochingen entgegen: Telefon 07153 / 7005-252 oder per Mail kultur@plochingen.de. Hier kann man sich auch Karten für die einzelnen Vorstellungen in der Stadthalle reservieren lassen. Vorstellungsbeginn ist jeweils um 20 Uhr in der Stadthalle Plochingen, Hermannstraße 25, 73207 Plochingen.

Weitere Infos unter: www.plochingen.de/Theater