Eingeschränkter Regelbetrieb in der Kinderbetreuung

Aktuelle Informationen zur Kinderbetreuung in Plochingen finden Sie in diesem Artikel.

Die Landesregierung hat angekündigt, dass die Betreuung an den Kitas ab kommenden Montag, 18. Mai 2020, in Richtung eines reduzierten Regelbetriebs ausgeweitet werden soll. Diese Ankündigung hat auch in Plochingen zu Unklarheiten bei Familien, Einrichtungsträgern und in der Stadtverwaltung gesorgt. Es fehlen immer noch konkrete Vorgaben des Landes, wie ab Montag ein schrittweise beschränkter Regelbetrieb in Kitas anlaufen soll.

„Mit ihrem Vorpreschen hat die Landesregierung Hoffnungen und Erwartungen bei Eltern geweckt, mit welchen die Kommunen als Kita-Träger nun umgehen müssen“ so Bürgermeister Buß. „Die Gesundheit unserer Kinder und Erzieherinnen hat weiterhin oberste Priorität. Wir werden deshalb bei unserem Grundsatz bleiben, die Erweiterung der Betreuung vorsichtig anzugehen und die Kapazitäten sukzessive zu erhöhen.“

Rechtliche Rahmenbedingungen
Träger und Kommunen müssen die Erweiterung des Kitabetriebs gemäß den Regelungen der Corona-Verordnung planen. Die aktuell geltende Corona-Verordnung der Landesregierung untersagt jedoch den Betrieb von Kindertageseinrichtungen und Kindergärten noch bis zum 15. Juni 2020. Ausgenommen hiervon sind lediglich diejenigen Einrichtungen, in denen gemäß §1b der Verordnung aktuell eine „Erweiterte Notbetreuung“ eingerichtet ist.

Die Kultusministerin hat angekündigt, dass es ab Montag, 18. Mai 2020, Lockerungen bei der Aufnahme von Kindern in den Kindertageseinrichtungen geben wird. Damit wurden bei Eltern und Kindern Hoffnungen geweckt, mit denen sich die Kommunen nun auseinandersetzen müssen. Viele Eltern wollen von den Kindergärten und vor allem von den Kommunen wissen, ob auch ihr Kind wieder betreut werden kann.

Eine Ausweitung der Kinderbetreuung ist jedoch komplex und erfordert einen angemessenen zeitlichen und inhaltlichen Vorlauf, damit vor Ort alle notwendigen organisatorischen Vorbereitungen getroffen werden können. Die Träger müssen eine nachvollziehbare Vergabe vorbereiten und vornehmen, den Personaleinsatz planen und die Umsetzung organisieren. Das Kultusministerium hat zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Verordnung veröffentlicht, welche die Rahmenbedingungen für die Kinderbetreuung ab Montag festlegt.

 Situation in Plochingen 
„Der überwiegende Teil der Eltern in Plochingen geht sehr verständnisvoll und verantwortungsbewusst mit der aktuellen Situation um, wofür ich mich herzlich bedanken möchte“, so Bürgermeister Frank Buß. Leider werde man auch in den kommenden Wochen nicht alle Wünsche nach einem Betreuungsplatz berücksichtigen können.
 
 
Die Erzieherinnen und das Rathaus arbeiten jedoch mit Hochdruck daran, den Eltern und Kindern aus Plochingen die bestmögliche Betreuung bieten zu können. Dies ist bei der Notbetreuung und deren Erweiterung - Dank des hohen Einsatzes der zuständigen Beschäftigten im Rathaus und in den Betreuungseinrichtungen - auch gelungen.

„Wir gehen davon aus, dass wir gemeinsam mit den Trägern und Einrichtungen einige Tage benötigen, um die bis jetzt noch unbekannten Bestimmungen der Verordnung umzusetzen“, so Bürgermeister Buß. Aus diesem Grund wird die Stadtverwaltung die Notbetreuung in den Plochinger Kitas auch in der kommenden Woche erst einmal nach den bisherigen Kriterien regeln.

Unstrittig ist, dass eine Ausweitung des Kita-Betriebs nicht nur mit Blick auf die schwierige Situation vieler Eltern und Familien, sondern auch für die Kinder grundsätzlich angegangen werden muss.  Bürgermeister Frank Buß stellt jedoch klar: „Als Kommune tragen wir die Verantwortung für die Gesundheit unserer Kinder und Erzieherinnen. Falsche Kompromisse bezüglich des Infektionsschutzes werden wir deshalb auch in Zukunft nicht eingehen.“ 

Anmeldeverfahren in Plochingen
Das aktuelle Anmeldeverfahren wird vorerst beibehalten. Für die Vergabe der Plätze werden weiterhin Anmeldungen berücksichtigt, die bis Mittwoch der Vorwoche um 12 Uhr eingegangen sind. Die Stadtverwaltung wird vorrangig Anträge genehmigen, bei welchen eines der ersten drei Kriterien erfüllt ist. Weitere Anmeldungen werden sukzessive bearbeitet. Übersteigen die Anmeldungen im Laufe der Zeit die Kapazitäten, können aufgrund der vorzunehmenden Priorisierung (siehe Punkt 1-4) bereits vergebene Platzzusagen jederzeit wieder rückgängig gemacht werden.

Folgende Priorität gilt bei der Platzvergabe der Notbetreuungsplätze:
1. Tätigkeit eines Elternteils oder des / der Alleinerziehenden in der kritischen Infrastruktur
2. Feststellung des örtlichen Trägers der Jugendhilfe zur Gewährleistung des Kindeswohls
3. Kind lebt im Haushalt einer / eines Alleinerziehenden
4. Tätigkeit außerhalb der Wohnung in einer präsenzpflichtigen beruflichen Tätigkeit, Stellung als „unabkömmlich“ mit einem personalisierten Nachweis vom Arbeitgeber. Bei Selbständigen genügt eine Eigenbescheinigung.