Blühflächen in Plochingen

Der Bauhof hat im Stadtgebiet weitere ökologisch wertvolle Blühflächen angelegt.

Mit der fortschreitenden Flächeninanspruchnahme für Besiedlung und Verkehr werden die natürlichen Lebensräume für Tiere und Pflanzen zunehmend begrenzt. Dabei rückt derzeit die Verminderung der Bestände an Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten immer mehr in den Blick der Öffentlichkeit. Als Biotope und wichtige Nahrungsquellen spielen insbesondere strukturreiche Blühflächen eine große Rolle. Zur Bewahrung und Stärkung der biologischen Vielfalt sind deshalb die bestehenden Blühflächen zu erhalten und weitere insektenfreundliche Areale anzulegen.
 
In Plochingen sind zunächst im Außenbereich Streuobstwiesen mit einem artenreichen Unterwuchs wiederhergestellt worden, in denen auch Lebensstätten für Eidechsen errichtet wurden. In der jüngeren Vergangenheit hat der Bauhof verstärkt innerörtliche Freiflächen wie Straßenbegleitgrün ökologisch aufgewertet. Als Beispiele dieser städtischen Initiative sind Blühstreifen in der Eisenbahn-, Schorndorfer und Ulmer Straße zu nennen. Auch vor dem Rathaus, in der Marktstraße vor der Ottilienkapelle sowie an der Panoramaschule gibt es Blühflächen.
 
In diesem Frühjahr werden von den Mitarbeitern des städtischen Bauhofes nun die Seitenstreifen entlang der Eisenbahnstraße und im Bereich der Beethovenstraße / Ecke Carl-Orff-Weg naturnah umgestaltet.
 
Mitte April ist auch der Ceramtec-Kreisverkehr neu angepflanzt worden. Anstatt des Wechselflorbeets und der 4 Rosenbeete entstehen dort mit fachlicher Unterstützung einer Landschaftsarchitektin ökologisch wertvolle Blühflächen. Dabei sind rund 1800 Pflanzen eingesetzt worden. Durch die Auswahl von verschiedenen Arten ist eine lange Blühphase zu erwarten. Im Vergleich zur ursprünglichen Wechselbepflanzung wird bei der dauerhaften Wildstaudenflur mit einem deutlich reduzierten Kosten- und Pflegeaufwand gerechnet.
 
In diesem Zusammenhang muss angemerkt werden, dass sich in den letzten Jahren die mit Schotter und Kies bedeckten Vorgärten leider sehr verbreitet haben. Diese Art der Freiflächengestaltung ist ökologisch weitgehend wertlos und ist darüber hinaus angesichts der wärmer werdenden Sommer klimatisch äußerst bedenklich.
 
Darüber hinaus ist festzustellen, dass in Gärten häufig nicht-standortgerechte Pflanzen (z.B. Koniferen wie Fichte, Tanne, Kiefer, Thuja-Gehölze etc.) verwendet werden, die für die einheimische Tierwelt nur wenig nutzbar sind. So wurden im Bereich des Bebauungsplans Stumpenhof Süd – Talweg wiederholt Thuja-Hecken angepflanzt, obwohl dies gemäß den entsprechenden Festsetzungen nicht gestattet ist. Nach den örtlichen Bauvorschriften sind dort ausschließlich die aufgelisteten heimischen Baum-, Hecken- und Gehölzarten zulässig.
 
Zwar sind Thuja-Pflanzen meist grün und dicht, aber sie bieten heimischen Vögeln und Insekten keine Nahrung. Wegen der schwer verrottbaren Pflanzenteile leben unter den Thujen keine Regenwürmer. Zudem enthalten Thujen insbesondere in den Zweigspitzen und Zapfen ätherische Öle, die auch bei Aufnahme geringer Mengen mittelschwere bis schwere Vergiftungen verursachen können.
 
Aus den genannten Gründen dürfen u.a. Thuja-Hecken nicht im Baugebiet Stumpenhof Süd – Talweg verwendet werden. Das Baurechtsamt erfasst derzeit die illegalen Anpflanzungen und wird das Thema entsprechend aufarbeiten.