Theaterprogramm 2019 / 2020

© Patrick Pfeiffer

„ELVIS, Comeback!“

Donnerstag, 10. Oktober 2019
Beginn: 20.00 Uhr

Musikalische Revue von James Lyons - Gastspiel der Württembergischen Landesbühne Esslingen mit Nils Strassburg und den Roll Agents

Im Jahr 1968 schien die Zeit der großen Erfolge für Elvis Presley vorbei zu sein: Anfang der Sechziger hatte er der Bühne den Rücken gekehrt und eine Reihe mittelmäßiger bis schlechter Filme gedreht. Viele seiner Kollegen und Fans hatten ihn schon abgeschrieben. Stattdessen waren Flower-Power und Vietnam-Protest, die Rolling Stones, Beatles und die Doors angesagt. Im selben turbulenten Jahr wurde der Bürgerrechtler Dr. Martin Luther King ermordet. Kurz darauf gelang dem „King of Rock’n’Roll“ mit einem atemberaubenden TV-Special der Weg zurück auf die Bühne und in die Herzen seiner Fans. Die Show bot eine riesige Bandbreite, von einem intimen, improvisierten Live-Konzert im Sitzkreis über große Showeinlagen bis zum politischen Statement mit dem Song „If I Can Dream“. Es war der Auftakt zu einer Reihe umjubelter Live-Konzerte in den folgenden Jahren.

Auch vierzig Jahre nach seinem Tod wird Elvis Presley noch von Millionen seiner vorwiegend weiblichen Fans angehimmelt. Ihre „Briefe“ an Elvis zeichnen das Portrait eines einfühlsamen, oft einsamen Jungen, der sein Glück nie dauerhaft bei einer einzigen Frau zu finden vermochte. Nur auf der Bühne vor tausenden von Fans konnte er sein Bedürfnis nach Liebe stillen. Die Entstehungsgeschichte dieses legendären Comebacks bildet den Ausgangspunkt eines Abends, der auch von unerfüllten Sehnsüchten und innerer Befreiung erzählt. 

„Harold und Maude“

Montag, 11. November 2019
Beginn: 20.00 Uhr

Schauspiel von Colin Higgins - Gastspiel der Theatergastspiele Fürth 

Harold und Maude erzählt die Liebesgeschichte eines todessüchtigen, neurotischen Achtzehnjährigen aus gutem Hause und einer vitalen, lebensfrohen und impulsiven Neunundsiebzigjährigen, einer Exzentrikerin, die in gestohlenen Autos durch die Stadt rast und in einem Haus voller bizarrer Erinnerungsstücke am Rande der Stadt lebt. Harolds wohlhabende und dominante Mutter versucht ihren Sohn über eine Heiratsagentur mit jungen Frauen zu verkuppeln, was aber wegen der inszenierten Selbstmordversuche Harolds regelmäßig misslingt. Diese morbide Faszination für den Tod lässt ihn auch immer wieder Beerdigungen besuchen. Dort lernt er eines Tages die Lebenskünstlerin Maude kennen. Und plötzlich entwickelt sich zwischen Harold und Maude eine Liebesbeziehung jenseits jeglicher gesellschaftlicher Konventionen. Gegensätze ziehen sich an. Je mehr Harold in das Leben von Maude eintaucht, desto mehr verändert sich sein Blick auf die Welt. Und sein Entschluss steht schnell fest: Maude ist die Frau, mit der er sein ganzes Leben verbringen möchte. Sie ist die ideale Partnerin, die er heiraten will. Gäbe es da nicht besagtes kleines Problem: Harold ist 18 und Maude fast 80...

Das zauberhafte Theaterstück nach dem gleichnamigen Film aus dem Jahre 1971 bringt eines der wohl ungewöhnlichsten und liebenswertesten Liebespaare der Literatur auf die Bühne. Der Zuschauer erlebt mit Harold und Maude eine ganz besondere Zeit der Liebe. Maude lehrt Harold einen neuen Blick auf die Welt und das Leben und so erleben die beiden schwarzhumorige Situationen voll von grotesker Komik, zugleich aber melancholischer Poesie und Zärtlichkeit.

© Patrick Pfeiffer

„Woyzeck“

Donnerstag, 23. Januar 2020
Beginn: 20.00 Uhr

Schauspiel nach dem Drama von Georg Büchner - Gastspiel der Württembergischen Landesbühne Esslingen

Dem Soldaten Franz Woyzeck und seiner Geliebten Marie hat das Leben kein glückliches Ende zugedacht. Von seinem Hauptmann getriezt, vom Doktor für Experimente missbraucht - für Franz Woyzeck gibt es nur in der Liebe einen Silberstreif am Horizont. Bis der schöne, starke Tambourmajor in der Stadt auftaucht und sich Marie ihm zuwendet. Woyzeck sieht nur einen Ausweg: Marie zu töten. Seine Tat legt auf brutale Weise offen, dass eindeutige Kategorien in einer Gesellschaft, die manchen gar das Beten unmöglich macht, nicht mehr wirksam sind: gut und böse, Opfer und Täter.

Georg Büchners dramatisches Fragment „Woyzeck“ geht auf einen Kriminalfall zurück: Der arbeitslose Friseur Johann Christian Woyzeck erstach 1821 in Leipzig seine Geliebte Johanna Christiane Woost. Die Tat löste gerichtspsychiatrische Auseinandersetzungen über Schuldfähigkeit und soziale Ursachen der Verbrechen aus, die auch nach der Hinrichtung Woyzecks 1824 weitergeführt wurden. Die karge, fast zerrissene Sprache Büchners, die fehlende Struktur – sie spiegeln den inneren Zustand der Figuren: unüberschaubar, unbeherrschbar, unberechenbar. Auf eindringliche, intensive Weise erzählt die Musiktheaterversion mit der Musik von Tom Waits Büchners düstere Geschichte des Soldaten Woyzeck.

„Komödie im Dunkeln“

Mittwoch, 01. April 2020
Beginn: 20.00 Uhr

Komödie von Peter Shaffer - Gastspiel des Landestheaters Tübingen 

Der junge Bildhauer Brindsley Miller bereitet in seiner Wohnung gerade eine Vernissage seiner Arbeiten für den schwerreichen Kunstmäzen Godunow vor, als plötzlich der Strom ausfällt. Und das an einem Sonntagabend! Obendrein hat sich auch noch Brindsleys Schwiegervater in spe, der gestrenge Colonel Melkett, zum Kurzbesuch angesagt. Für diesen Anlass hat Brindsley sich einige elegante Möbel seines Nachbarn Harold „geliehen“. Dumm nur, dass der davon nichts weiß und just verfrüht von einer Reise zurückkehrt. Als auch noch die dem Alkohol nicht abgeneigte Nachbarin Miss Furnival, Brindsleys Ex-Freundin Clea und der Mann vom E-Werk auftauchen, nimmt das Chaos unweigerlich seinen Lauf...

Der englische Erfolgsautor Peter Shaffer stellt in dieser Komödie unsere Sehgewohnheiten einfach auf den Kopf: hell ist dunkel und dunkel ist hell. So kommen wir in den Genuss, all das, was auf der Bühne im Dunkeln geschieht, gut beleuchtet und hautnah mitzuverfolgen – kurz: ein turbulenter, akrobatischer Riesenspaß für alle Sinne!

„Honig im Kopf“

Donnerstag, 07. Mai 2020
Beginn: 20.00 Uhr

Komödie von Florian Battermann nach dem gleichnamigen Film von Till Schweiger - Gastspiel des Theaters Schloss Maßbach

Das Mädchen Tilda und ihr Opa Amandus haben eine sehr enge Verbindung. Als Amandus, der an Alzheimer erkrankt ist, nach dem Tod seiner Frau zusehends abbaut, nimmt ihn Tildas Familie bei sich auf. Doch seine Krankheit stellt Tildas Eltern Niko und Sarah auf manch harte Probe. Zumal beide sehr mit sich und ihrer Arbeit beschäftigt sind und auch in ihrer Ehe nicht alles rund läuft. Allein Tilda schafft es, ihrem Opa mit Verständnis zu begegnen. Als Niko seinen Vater in seiner Verzweiflung in einem Heim anmelden will, entführt Tilda Amandus kurzerhand auf eine abenteuerliche Reise nach Venedig - die Stadt, in der er einst so glücklich gewesen ist. Eine abenteuerliche Reise beginnt! 

Eine Geschichte über ein sehr aktuelles Thema, mit viel Wärme und Sinn für Komik erzählt, die auf der Leinwand schon Millionen bewegte. Die Bühnenfassung von Florian Battermann ist dabei nicht minder wirkungsvoll: Sie verbindet auf gelungene Weise lustige mit berührenden, sowie leichtfüßige mit tiefsinnigen Momenten und bietet Unterhaltung über alle Generationengrenzen hinweg.