Theaterprogramm 2018 / 2019

©Dominik Müller

„Onkel Toms Hütte“

Mittwoch, 17. Oktober 2018
Beginn: 20.00 Uhr

Musical nach dem Roman von Harriet Beecher Stowe - Gastspiel der Theatergastspiele Kempf

Tom Rutherford stammt aus der Southside von Chicago. Er war früher Straßengangmitglied, ist jetzt Sozialpädagoge und betreibt im Gefängnis ein kleines Theater, dem er den Namen "Onkel Toms Hütte" gegeben hat; nicht nur, weil Tom den gleichen Namen trägt, sondern weil er dort seit mehr als einem Jahrzehnt - Jahr für Jahr - das gleiche Stück aufführt: "Onkel Toms Hütte". Vier junge inhaftierte Amerikaner unterschiedlicher Ursprungsnationalitäten führen die Geschichte mit einfachsten Mitteln auf, unter der Leitung ihres Rehabilitierunghelfers, Rutherford, der selbst den Onkel Tom spielt, und unter Begleitung des lebenslänglich verurteilten Musikers Barney. Sie schlüpfen in die Rollen der verschiedenen Roman-Charaktere, aber sie verkörpern nicht nur das Sklavenelend, das sich in den Südstaaten der USA bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts unaufhörlich verbreitet hatte; die Gefangenen tragen auch ihre eigenen Geschichten und Songs vor, um ihre Konflikte und die Missstände vergangener Zeiten, die sich zum Teil bis heute wiederholen, für sich und auch für ihr Publikum verständlicher zu machen.

Harriet Beecher Stowes schlichte Botschaft hinter dieser alten Geschichte: "Niemand hat das Recht, aus dir eine Sache zu machen. Egal, wo du herkommst, welches Geschlecht und welche Hautfarbe du hast, egal, was du ausgefressen hast - auch für dich gilt: deine Würde als Mensch ist unantastbar!"

©Sebastian Worch

„Kleiner Mann – was nun?”

Mittwoch, 07. November 2018
Beginn: 20.00 Uhr

Schauspiel nach dem Roman von Hans Fallada - Gastspiel des Theaters Schloss Maßbach

Als der junge Buchhalter Johannes Pinneberg und seine Freundin Emma, die er zärtlich „Lämmchen“ nennt, erfahren, dass sie schwanger ist, heiraten sie kurz entschlossen. Aber die Zeiten sind nicht so einfach am Ende der Weimarer Republik. Bald verliert Pinnerberg aufgrund einer Intrige seine Arbeit in der kleinen norddeutschen Stadt Ducherow. Rettung kommt von Pinnebergs ungeliebter Mutter Mia, einer Lebedame aus Berlin. Ihr Freund Jachmann verschafft Pinneberg trotz Konjunkturkrise eine Stellung als Herrenbekleidungs-Verkäufer im Warenhaus Mandel. 1931 bringt Lämmchen den Sohn Horst, genannt „Murkel“ zur Welt. Doch das Familienglück währt nicht lang. Im Warenhaus scheitert Pinneberg an der Pflicht-Verkaufsquote. Er wird abgebaut und ist nun einer von Millionen Arbeitslosen während der eltwirtschaftskrise. Wie für viele stellt sich auch für die Pinnebergs die Frage: „Was nun?“, während der soziale Abstieg unaufhaltsam beginnt. Die Familie zieht in eine Laubenkolonie, Lämmchen verdient etwas Geld mit Näharbeiten. Pinneberg zerbricht fast daran, dass es ihnen nicht möglich war, auf ehrliche Weise ein klein-bürgerliches Glück zu erreichen. Nur seine Liebe lässt ihn nicht verzweifeln.

Mitten in der Weltwirtschaftskrise zu Beginn der 30er Jahre schrieb Hans Fallada diesen Schlüsselroman. Pinneberg steht exemplarisch für den kleinen Mann von der Straße, der sich in einer Epoche von Krisen, Arbeitslosigkeit und Massenarmut durchschlägt – was ihm durch den Kopf geht und die Frage nach dem „Was nun?“, geht auch über 80 Jahre nach dem Erscheinen des Buches Millionen von Menschen in Deutschland durch den Kopf.

©Peter Gröger

„Der Name der Rose“

Mittwoch, 16. Januar 2019
Beginn: 20.00 Uhr

Krimi von Umberto Eco - Gastspiel des Berliner Kriminal Theaters

Der englische Franziskaner William von Baskerville reist mit seinem Novizen Adson von Melk in delikater politischer Mission in eine oberitalienische Benediktinerabtei. Sie sind im Auftrag Kaiser Ludwigs unterwegs, um ein Treffen zwischen dem Abgesandten des Papstes Bernard von Gui und den vermeintlich ketzerischen Franziskanermönchen zu organisieren. Doch im Kloster herrscht große Unruhe. Unmittelbar nach ihrer Ankunft bittet der Abt den für seinen scharfen Verstand berühmten Gelehrten um Mithilfe bei der Aufklärung eines ungewöhnlichen Todesfalles. Ein Mönch sprang aus dem Fenster. War es Selbstmord oder Mord? Kurz darauf sterben zwei weitere Klosterbrüder - einer ertrinkt im Schweineblutbottich, ein anderer liegt tot im Badehaus. Waren die Getöteten einem Geheimnis in der Bibliothek auf der Spur? Intrigen, Heuchelei und Erpressung...

„Der Name der Rose“ ist zugleich ein historischer Schauer- und Kriminalroman sowie ein philosophischer Roman, und auf dieser Vielschichtigkeit beruht auch seine konstante Aktualität als Kultroman der achtziger Jahre. Die furiose Kriminalgeschichte verbindet die Ästhetik des Mittelalters mit dem Realismus der Neuzeit  und schafft bedrohliche Spannung.

©Jürgen Frahm

„Kunst“

Montag, 11. Februar 2019
Beginn: 20.00 Uhr

Schauspiel von Yasmina Reza - Gastspiel des Eurostudios Landgraf

Marc ist entsetzt: Sein Freund Serge hat sich ein Bild gekauft. Ein Ölgemälde von etwa ein Meter sechzig auf ein Meter zwanzig, ganz in Weiß. Der Untergrund ist weiß, und wenn man die Augen zusammenkneift, kann man feine weiße Querstreifen erkennen. Aber es ist natürlich nicht irgendein Bild, sondern ein echter Antrios. Für 200.000 Francs. Geradezu ein Schnäppchen! Serge liebt das Bild. Natürlich erwartet er nicht, dass alle Welt es liebt, aber zumindest von seinem Freund Marc hatte er das erwartet. Marc ist verunsichert. Er zweifelt am Verstand seines Freundes. Und sucht als Verbündeten den gemeinsamen Freund Yvan. Doch Yvan findet, dass Serge mit seinem Geld machen kann, was er will. Und bald geht es nicht mehr um die grundsätzliche Frage, was Kunst sei, sondern um das Bild, das jeder der drei Freunde sich von den anderen gemacht hat und das nun plötzlich in Frage gestellt ist.

Die Komödie reizt nicht nur zum Lachen; das Lachen ist Thema des Stückes. Die Autorin selbst sagt dazu: „Das Drama von „Kunst“ ist ja nicht, dass Serge das weiße Bild kauft, sondern dass man mit ihm nicht mehr lachen kann.“ Zum autobiografischen Hintergrund ergänzt sie: „Die Geschichte ist mir passiert mit einem Freund, der ein weißes Bild gekauft hat. Er ist Dermatologe, und ich habe ihn gefragt: ‚Wieviel hast du dafür bezahlt?‘ Und er hat geantwortet: ‚Zweihunderttausend Francs.‘ Und ich brüllte vor Lachen. Er allerdings auch. Wir sind Freunde geblieben, weil wir lachten. Als er das Stück las, lachte er auch. Es hinderte ihn nicht daran, sein Bild weiterhin zu lieben.“

„Frühstück bei Monsieur Henri“

Montag, 18. März 2019
Beginn: 20.00 Uhr

Komödie von Ivan Calbérac - Gastspiel der Komödie am Altstadtmarkt Braunschweig

Monsieur Henri ist ein mürrischer alter Herr. Er lebt allein in einer viel zu großen Pariser Altbauwohnung und ärgert sich – über die Frau seines Sohnes, die jungen Leute von heute oder was sonst so anfällt. Doch weil Henris Gesundheit letzthin etwas nachgelassen hat, beschließt sein Sohn Paul, dass es Zeit wird für eine Mitbewohnerin. Ein junges, 21-jähriges Mädchen, Constance, stellt sich vor. Der alte Griesgram tut alles, um sie zu entmutigen, doch sie braucht dieses Zimmer und schluckt seine Grobheiten. Sie muss dafür jedoch widerwillig eine Bedingung des Alten akzeptieren: Da er seine Schwiegertochter nicht ausstehen kann, soll Constance versuchen, seinem Sohn den Kopf zu verdrehen, damit der seine Frau verlässt. Aus der Not heraus willigt Constance ein, und so stolpert der ahnungslose Paul in seinen zweiten Frühling und Constance in eine schrecklich nette Familie, die dank Monsieur Henri heillos im Chaos versinkt.

„Frühstück bei Monsieur Henri“ ist eine wunderbare Wohnkomödie aus Frankreich. Mit großer Heiterkeit inszenierte Ivan Calbérac die hochkomischen Verwicklungen einer hinreißenden Wohngemeinschaft, die einen grimmigen Herren das Fürchten und das Lieben lehrt.

Flyer Theaterprogramm 2018 / 2019 (292,4 KiB)